Der Bichon Frisé - ein Wölkchen auf vier Beinen

Der putzige kleine Hund, der wie ein weißes Wölkchen daherkommt und einen seltsamen französischen Namen hat, ist vielen Menschen als Rasse nicht geläufig. Der Bichon Frisé - das heißt so viel wie "gekräuseltes Schoßhündchen" - könnte auf den ersten Blick eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Zwergpudel haben. Der lebhafte, agile Hund hat aber ganz eigene Rasseeigenschaften und bezaubert Kenner der Rasse jeden Tag mit seinem einnehmenden Wesen als Gesellschaftshund.

Der Bichon Frisé in Kürze

Lebenserwartung: 12-15 Jahre
Namen: Bichon Frisé, Gelockter Bichon
Familie: Bichon
Ursprungsland: Belgien, Frankreich, Kanaren
Temperament: agil, wachsam, verspielt, fröhlich, liebenswürdig, munter, kinderlieb, anhänglich, empfindsam und sanft
Farben: reinweiß
Gewicht: nicht festgelegt
Größe: maximal 30 cm
Pflegeaufwand: hoch
Erziehung: leicht
Benötigt sehr großen Auslauf: für seine Größe schon
Kinderfreundlich: ja
Stadtwohnung geeignet: unbedingt
Verwendung: Familienhund, Gesellschafts- und Begleithund

Rasse, Geschichte und Entwicklung

Der Bichon Frisé stammt von Wasserspaniels und Hunden ab, die man als Barbet bezeichnet. Es handelt sich um eine franco-belgische Rasse. Verwandt ist der Bichon Frisé unter anderem auch mit Maltesern, Bolognesern und Havanesern, bei denen es sich ebenfalls um Bichon Rassen handelt. Als Rasse ausgeprägt haben sich die kleinen Gesellschaftshunde bereits in der Zeit um 1500. Spanische Segler brachten einige Hunde auf die kanarischen Inseln. Dort wurden noch verschiedene Kreuzungen vorgenommen, bis die Hunderasse etwa um 1515 Einzug in verschiedene europäische Königshäuser hielt. Der charmante kleine Hund hat viele Herzen im Sturm erobert. 1933 wurde der endgültige Rassestandard festgelegt. Mitte der 195 er Jahre erreichte der Bichon Frisé auch die Vereinigten Staaten von Amerika. Obwohl die Rasse in vielen Ländern, zum Beispiel auch in England heute sehr beliebt ist, kam es nie zu Überzüchtungstendenzen. Das ist der Gesundheit des Hundes sehr zugute gekommen.

Wesen, Charakter und Pflege

Der Bichon Frisé ist in vielerlei Hinsicht ein sehr interessanter Hund. Klein, wendig und lebhaft wie er ist, verbinden einige Hundehalter mit ihm das Bild eines klassischen Schoßhundes. Das trifft das Wesen dieser Hunderasse aber nicht. Auch mit einer Widerristhöhe von maximal 30 cm ist der Hund ein ausdauernder Spaziergänger und fühlt sich auf längeren Wanderungen ausgesprochen wohl. Er ist verspielt, lernwillig und will gefallen. Sein fröhliches Wesen bezaubert die ganze Familie und verträgt sich auch mit Kindern sehr gut. Er geht als ausgeglichen und selbstbewusst. Auch Artgenossen gegenüber tritt er freundlich und nicht aggressiv auf. Er schmust ausgesprochen gerne und möchte immer mit seinen Menschen zusammen sein. Daneben ist er sehr aufmerksam und auch wachsam. Zum Kläffen neigt er nicht.

Für einen Hund seiner Größe beweist der Bichon Frisé ein erfrischendes Maß an Unabhängigkeit und Temperament. Man kann den fröhlichen kleinen Kerl überall mitnehmen und sehr viel Spaß mit ihm haben. Kinder lieben ihn.

Wer selbst Spaß an Hundesport hat, kann einem Bichon Frisé sogar kleine Kunststückchen beibringen. Der kleine Hund sollte sich niemals langweilen müssen. Das Alleinsein schätzt er nicht sehr. Überlastet man ihn in dieser Hinsicht, kann es zu neurotischem Verhalten kommen. Das äußert sich beispielsweise im Ankauen und Anknabbern von verschiedenen Gegenständen sowie in ausdauerndem Geheul.

Alles in allem handelt es sich um einen sehr pflegeleichten Hund. Einzig das mittellange und korkenzieherartige Haar benötigt regelmäßig die Bürste. Wird diese Pflege vernachlässigt, können sich Hautprobleme durch Verfilzungen entwickeln.

Dafür können Tierhaarallergiker auch mit diesem Hund etwas anfangen: Er haart kaum und belastet empfindliche Menschen insoweit nicht. Standardmäßig wird die Rasse regelmäßig getrimmt.

Typische Erkrankungen und rassebedingte Probleme

Der Bichon Frisé kann alt werden. Der älteste bekannte Vertreter dieser Rasse wurde 19 Jahre alt. Obwohl die Rasse nie so populär wurde, dass es zu intensiver Überzüchtung gekommen ist, gibt es einige genetisch bedingte Veranlagungen für bestimmte erbliche Erkrankungen.
Hier findet sich eine Neigung zur Patellaluxation - einer Verletzung des Kniegelenks, bei der die Kniescheibe sich immer wieder aus ihrem Rahmen herauslösen kann.

Weiterhin entwickeln manche Vertreter der Rasse das sogenannte Cushing-Syndrom.
Bei dieser Erkrankung steigt der Kortisolspiegel im Blut an. Kortisol ist ein Stresshormon und dementsprechend treten bei betroffenen Tieren Stress-Symptome in großer Zahl auf.

Auch eine Veranlagung für HD (Hüftdysplasie) kann nicht ausgeschlossen werden, obwohl züchterische Bemühungen auf eine entsprechende Herauszüchtung der genetischen Veranlagung abzielen. Bei der HD weist das Hüftgelenk des Hundes eine Fehlstellung auf, die schon in jungen Jahren zu Schmerzen und Abnutzungserscheinungen führt.

Schließlich weisen manche Tiere eine Schilddrüsenunterfunktion auf.

Die meisten erblichen Veranlagungen beim Bichon Frisé lassen sich medikamentös behandeln. Ausnahmen bilden insofern die Hüftdysplasie und die Patellaluxation. Hier kommen in der Regel vor allem schmerzlindernde Maßnahmen, alternative Therapien und unter Umständen auch operative Eingriffe in Betracht.
Aufgrund der besonderen Fellstruktur können sich Empfindlichkeiten an der Haut ergeben. Eine tägliche intensive Fellpflege ist unabdingbar.

Ernährung des Bichon Frisé

Die Ernährung der Bichon Hunde weist wenige Besonderheiten auf. In aller Regel neigt der kleine Hund nicht zu Übergewicht, weil er sich gern und viel bewegt. Dennoch sollten Tierhalter der Entwicklung von Übergewicht aufmerksam entgegenwirken. Manche Vertreter dieser Rasse können Unverträglichkeiten und Empfindlichkeiten im Zusammenhang mit bestimmten Futterbestandteilen aufweisen. Eine Ernährung, die reich an bestimmten wertvollen Fettsäuren aus der Omega Familie ist, kann verschiedenen Hautproblemen vorbeugen. Ob man bei diesem Hund der Rohfütterung (Barfen) oder einem entsprechenden Fertigfutter den Vorzug gibt, sollte ausprobiert werden und sich an den Bedürfnissen des einzelnen Tieres orientieren. Auch kleine Hunde können eine Magendrehung erleiden. Es sollte deshalb darauf geachtet werden, dass dieser lebhafte Hund nach dem Essen nicht übermäßig springt oder rennt. Der Hundemagen ist an elastischen Bändern aufgehängt, die sich ineinander verdrehen können. Daraus resultiert ein tiermedizinischer Notfall, weil der Magen und andere Organe von der Blutzufuhr abgeschnitten werden können. Es entsteht außerdem in der Regel ein lebensgefährlicher Schockzustand. Bei Verdacht auf eine Magendrehung muss unverzüglich ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Fazit: Bezaubernd in allen Lebenslagen

Der Bichon Frisé ist ein perfekter Familienhund. Erst ist klein genug, um sich in das moderne, manchmal auch hektische Leben einer Familie einzufügen. Dennoch hat er mit seiner Lebhaftigkeit und fröhlichen Art alle Eigenschaften, die aus der Sicht vieler Menschen einen richtigen Hund ausmachen. Er ist unermüdlich darin, mit den Kindern der Familie zu toben und zu spielen. Er gibt und empfängt viel Zuneigung. Abgesehen von der aufwendigen Fellpflege handelt es sich um einen sehr pflegeleichten und unkomplizierten Hund. Allerdings sollte man ausreichend Zeit für die Beschäftigung und die geliebten Spaziergänge dieses Hundes haben.